Neue Galerie__Newギャラリー
 
aa
LANGWEDEL
4.Februar 2004
Bezauberndes "Ständchen"

------------------------------------------------------------------------------------------

Stimmungsvolles Konzert im Etelser Schloss / Miyuki Shirakawa und Stephan Seebass begeistern


Von Ilse Walther Etelsen

Auf Einladung des Schlossparkvereines Etelsen waren kürzlich die Sopranistin Miyuki Shirakawa und Stephan Seebass, Klavier, mit einem romantischen Liederabend im Schloss zu Gast. Die Zuhörer erlebten einen wunderbaren Abend.

Miyuki Shirakawa überzeugte von Anfang an durch ihre einfühlsame Gestaltung sowohl im Ausdruck wie in ihrer deutlichen Textverständlichkeit. Die japanische Sopranistin zaubert Stimmungen, Leidenschaft, schwärmerei, Träumen, Heiteres und singt mit ausgezeichnet gefühlter Stimme, die einen grossen Umfang hat, voll und klangschön, in der höhe strahlend im mezzo bereich warm und volle Substanz.


    Zudem ist Sie auch eine hübschanzusehende Künstlerin mit Charme und grosser Ausstrahlung. Stephan Seebass ist hier bestens bekannt, er ist nach wie vor der einfühlend gestaltender Begleiter, der mit der Sängerin stimmungen aufbaute und hielt.


    Schade nur, dass im ersten Teil des Programmes die einzelnen Liedblöcke von den Zuhörern " Zerklatscht" wurden. Die künstler mussten immer wieder von neuem die Spannung aufbauen, was Sie bemerkenswert meisterten. Im zweitem Teil gab es auf Bitten von Stephan Seebass keinen Applaus mehr.


    Schalk und Witz bewies Miyuki Shirakawa im Schuberts köstlichem "Liebhaber in allem Gestalten", in grosse Bewegung brachte Sie "Sulaika I" und "Sulaika II", intensiv und stark im Gefühl "Heimliches Lieben" und sehr bewegt und in reiner Lebensfreude "Der Musensohn".


    Robert Schumann bringt in seinen Liedern oft durch trugschlüsse eine besondere Spannung, und diese Stellen waren sehr charismatisch und betont in seinen sieben Liedern, die von Miyuki Shirakawa und Stephan Seebass wunderbar dicht gehalten wurden.

"Der Nussbaum" mit seiner glassklaren begleitung, durch die man die bewegungen der Blätter durchhören konnte, sang die Sopranistin voller Poesie, wehmütig "In der Fremde" schwärmerisch " Intermezzo", groß und dramatisch das "Waldesgespräch", in dem die Loreley den Reiter vom Weg abbringt.

Höhepunkt in diesem Zyklus nach dem schelmischen "Die Stille" die berühmte "Mondnacht". Diese verzauberte in solch eine eindrucksvollen Gestalltung.Dann zum schluss das sowohl erregte wie schwärmerische "Aufträge" Stimmungsvoll und dramatisch gestalteten Sängerin und Pianist "Die Loreley" und "O lieb so lang du lieben kannst"in den Vertonungendurch Franz Liszt.

Die sehr schwermütigen und auch oft nicht leicht zu verstehenden Gedichte die die große Liebe Richard Wagners, Mathilde Wesendonk geschrieben hat, wurden von Wagner vertont und sind als "Wesendonk-lieder" bekannt. Da hört man schon den Opernkomponisten durch, und hier bewies die Sopranistin eine ganz Große Gestaltungsintensität.

Sie sang "Der Engel", "Stehe still", "Im Treibhaus", "Schmerzen", und "Träume" voller Wehmut, expressiv in durdachter Dymnamik, von Stephan Seebass ebenso dramatisch wie auch einfühlend begleitet. Auch in den fünf Liedern von Richard Strauss bestach die Interpretation, die großen Intervallsprünge wurden sauber angesetzt.

" Der Stern" war froh und voller Schwärmerei. Auch " Morgen" in seiner schönen Melodik, leichtfüßig dann "Ich schwebe" -und voller Glücksgefühl das "Ständchen".

Es gab viel herzlichen verdienten Beifall, für den sich Miyuki Shirakawa und Stephan Seebass mit drei Zugaben bedanken, einem sehr hübschen japanischen Lied, mit Franz Schuberts "Die Forelle" in geistreicher und liebevoller Wiedergabe und "Heidenröslein" bezaubernd gesungen.

--